●Resiliente Verteilnetze trotzen hohen Temperaturen
●Flexible Verbraucher helfen Sonnenstrom direkt zu nutzen
●Digitalisierung als Schlüssel für widerstandsfähige Netze
 
Die aktuelle Hitzewelle in Deutschland und Europa rückt die Belastbarkeit von Straße und Schiene, aber auch von Energieinfrastruktur in den Fokus. Die gute Nachricht: Hitze allein ist kein Stresstest, der ein modernes Stromnetz aus dem Gleichgewicht bringt. Aber hohe Temperaturen und viele Sonnenstunden verändern die Dynamik. Entscheidend ist, dass Netzbetreiber immer genau wissen, was im Netz gerade passiert – und dann gezielt handeln können. E.ON setzt deshalb auf mehr Echtzeitdaten, gezielte Investitionen in Digitalisierung und Netzausbau und robuste Betriebsmittel. 
 

Mehr Sonne, mehr Einspeisung, mehr Dynamik 

 
Viele Sonnenstunden bedeuten für das Stromnetz vor allem eine höhere Einspeisung aus Photovoltaik (PV)-Anlagen. Das Verteilnetz kann dann stärker beansprucht werden, gleichzeitig können hohe Temperaturen lokal aber sogar entlastend wirken, wenn Klimaanlagen einen Teil des örtlichen Stromüberschusses direkt vor Ort verbrauchen. Die Netze von E.ON sind auf solche Szenarien vorbereitet und können diese Schwankungen ausgleichen. 
 
Zudem kann Hitze die Leistungsfähigkeit einzelner Betriebsmittel beeinflussen und zu höherer Auslastung führen. Um die Kapazität von Freileitungen immer optimal auszunutzen, werden an deren Leiterseilen Außentemperatur und Windgeschwindigkeit gemessen. Selbst hohe Lufttemperaturen von 40 Grad Celsius liegen dabei noch deutlich unter den üblichen Betriebstemperaturen von 80 bis 100 Grad Celsius. 
 

Mehr Sonne braucht mehr Flexibilität 

 
Viele Sonnenstunden sind nicht nur eine Herausforderung, sondern vor allem eine Chance: Je besser Erzeugung, Speicher und flexible Verbraucher miteinander verknüpft werden, desto mehr erneuerbarer Strom kann direkt vor Ort genutzt werden. Dazu zählen steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen, Ladepunkte für E-Autos, Batteriespeicher und perspektivisch auch industrielle Flexibilitäten. 
 
Digitale Ortsnetzstationen, intelligente Messsysteme sowie flexible Netzanschluss- und Steuerungskonzepte helfen dabei, Strom dann zu nutzen, wenn er im Netz tatsächlich verfügbar ist. 
 

Klimawandel macht Resilienz zur Daueraufgabe 

 
Mit Blick auf Klimawandel und Extremwetter setzt E.ON konsequent auf resilientere Netze – also auf Infrastruktur, die auch Ereignissen wie Hitze, Sturm oder Hochwasser standhält und im Schadensfall schnell wiederhergestellt werden kann. Dabei steigt mit extremeren Wetterlagen die Bedeutung von Echtzeitdaten aus dem Netz: Sensorik und digitale Steuerung werden zur Grundlage für einen sicheren und effizienten Netzbetrieb. Dafür investiert E.ON gezielt in Netzausbau und Digitalisierung – etwa bei Umspannwerken und smarten Ortsnetzstationen. Bis 2030 fließen insgesamt rund 40 Milliarden Euro in das europaweite Netzgeschäft. 
 
Einen vollständigen Schutz vor allen Extremereignissen kann es dennoch nicht geben. Umso wichtiger ist das Zusammenspiel aus Vorsorge, Redundanz, Digitalisierung und schneller Reaktion. So wird das Verteilnetz Schritt für Schritt widerstandsfähiger – und zugleich leistungsfähiger für die Integration erneuerbarer Energien.
 
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