Heiztechnik – Stromfresser Umwälzpumpe

Die Leitungen der marktgängigen Pumpen – im Folgenden sei die Betrachtung auf Modelle für Ein- und Zweifamilienhäuser beschränkt – variieren stark. Sehr alte Pumpen arbeiten mit elektrischen Leistungsaufnahmen von über 100 W. Dagegen kommen moderne intelligente Pumpen mit kleinen Leistungsaufnahmen von ca. 10 W bis 20 W aus. Laufen die Pumpen permanent, was bei älteren Modellen oft die Regel ist, dann entsprechen 10 W elektrischer Leistung auf das halbe Jahr (angenommen: Heizbetrieb nur im Winter) gerechnet eine elektrische Arbeit von 43,8 kWh. Bei einem Arbeitspreis von 25 Euro-Cent/kWh schlagen diese 10 W Pumpenleistung mit jährlich rund 11 Euro zu Buche. Die Reduktion der Pumpenleistung (Einstellung direkt an der Pumpe auf eine niedrigere Leistungsstufe) um 30 W erspart somit Kosten in Höhe von ca. 33 Euro pro Jahr bzw. 2,75 Euro / Monat. Der Austausch einer alten Pumpe mit sehr hoher Leistungsaufnahme gegen eine intelligente Pumpe führt zu erheblich größeren Einsparungen und amortisiert sich nach zwei bis vier Jahren (ja nach Modell). - Hier können die Einsparungen pro Jahr durchaus dreistellig sein. Rechnen lohnt sich also!

Noch in großer Zahl – vor allem in Altbauten – verbaut sind permanent laufende Umwälzpumpen mit hoher Leistungsaufnahme. Wie gesehen, schlägt sich eine zu hoch gewählte Pumpenleistung auf die Stromrechnung deutlich nieder. Ein Indiz dafür, dass die Pumpenleistung zu hoch eingestellt ist, ist die Rücklauftemperatur. Heizkörper geben Wärme an die Umgebungsluft ab. Dabei kühlt sich das Wasser im Heizkreislauf ab. Ist die Pumpenleistung zu hoch, ändert sich daran natürlich nichts, jedoch werden große Wassermengen durch den Kreislauf gepumpt. Um die erforderliche Wärmemenge an den Raum abzugeben, muss das Wasser deswegen weniger Temperatur pro Volumeneinheit abgeben, als würde das Wasser langsamer fließen. Im Ergebnis ist die gemessene Rücklauftemperatur viel zu hoch.

Spezielle Steuerungen messen die Vor- und Rücklauftemperatur und steuern ein Mischerventil. Dieses Mischerventil leitet noch ausreichend heißes Wasser ohne Kesseldurchlauf erneut in den Vorlauf des Heizkreises und reduziert damit die Brennerlaufzeiten deutlich. Allerdings ist diese technische Maßnahme nicht dafür entwickelt worden, die völlig überflüssige Hochdruckspeisung des Heizkreises zu kompensieren, sondern die Wärmeenergie des bereits erhitzten Wassers optimal zu nutzen.

Eine Reduktion der Pumpenleistung ist in einem solchen Fall, wo die Temperaturdifferenz von Vor- und Rücklauf zu gering ist, möglich und sinnvoll. Zuvor sollte jedoch der Durchfluss in den verschiedenen Höhenebenen optimal eingestellt werden. Dies geschieht über das Ventil der Rücklaufverschraubung.

(rs/01-2016)