Biomasse

Biomasse ist ein nachhaltiger Energieträger, der grundsätzlich als CO2-neutral zu betrachten ist. Bei der Umsetzung in elektrische oder thermische Energie entlässt Biomasse zwar Kohlendioxid in die Atmosphäre, jedoch entzogen die der Biomasse zugrunde liegenden Pflanzen dieses zuvor ihrer Umgebung. Es wird also kein im Erdinneren gespeichertes CO2 emittiert, sondern lediglich das Vorhandene in einem biologischen Kreislauf eingebunden. 

Biomasse ist allerdings ein seit weitläufiger Begriff. Am bekanntesten ist sicher Holz. Holz dient über Jahrhunderte bereits als Brennstoff im Haushalt und ist ein nachwachsender Rohstoff. Hier muss man aber sehr genau in der Bewertung differenzieren, denn einerseits steht Holz als Energieträger für Nachhaltigkeit, aber andererseits bringt Holz auch gewisse Nachteile mit sich, wenn der Umgang mit diesem Rohstoff allein mit unter dem Gesichtspunkt des Profites und ohne ökologisches Verantwortungsgefühl erfolgt. Bis Holz als Energieträger zur Verfügung steht, dauert es eine gewisse Zeit. Wie lange das Wachstum eines Baumes dauert, hängt nicht zuletzt von dessen Art ab. Einfache Nadelbäume wie Fichten und Kiefern wachsen vergleichsweise schnell, während Buchen und Eichen, die ein vergleichsweise hartes Holz liefern und eine hohe Energiedichte in sich tragen, erheblich längere Wachstumszeiten benötigen. Von Nachhaltigkeit kann also nur gesprochen werden, wenn die Nutzung von Holz (nicht nur energietechnisch) mit der Zeit der Wiederaufforstung zumindest identisch ist. Rodet man Wälder schneller als deren Nachwachsen gesichert ist, geht der Waldbestand zurück. Es verbleiben kahle Flächen und im schlimmsten Fall führt der Kahlschlag zu Bodenerosionen. Das bedeutet, dass der Boden infolge der fehlenden Vegetation an Stabilität verliert. Die Wurzeln der einst dort vorhandenen Vegetation zersetzen sich. Den Rest "erledigen" Wind und Niederschläge, die das vorhandene Erdreich abtragen. Oft bleiben kahle Felsen oder unfruchtbare Sandflächen zurück. An Berghängen besteht zudem das große Risiko eines Hangrutsches oder bei Niederschlägen der Vermurung. In den tropischen Regenwäldern ist ein sehr extremer Raubbau zu erkennen. Aus puren Profitinteressen werden großflächige Regionen des sich über Jahrtausende entwickelnden Urwaldes rigoros gerodet, um Anbauflächen für hochindustrialisierte Monokulturen zu gewinnen, die schon nach wenigen Jahren keinen Ertrag mehr liefern können. Auch das geschäft mit edlen Tropenhölzern fördert diesen für die gesamte Welt nachteiligen Trend.

All diese medial laut diskutierten Fakten stellen "Holz" als Werkstoff und Energieträger in Frage. Hinzu kommen weitere Probleme wie beispielsweise der Feinstaub, der ein unerwünschtes Nebenprodukt des Hausbrandes ist. Alle Herausforderungen sind jedoch in den Griff zu bekommen, sei es durch eine verantwortungsvolle und nachhaltige Bewirtschaft der Wälder oder durch Einsatz von Filtertechnologien.

Als Energieträger sind aber auch nicht zuletzt die biologischen Abfälle von große Interesse. Holzbruch und Abfälle aus der Holz verarbeitenden Industrie sind ebenso geeignet wie beispielsweise Abfälle der Landwirtschaft und von Kläranlagen. Hier wird die Biomasse einem Fäuleprozess unterworfen, wie es in ähnlicher Form auch grundsätzlich in der Natur geschieht. Es entsteht Methan-Gas, was übrigens ein noch stärker wirkendes Treibhausgas ist als Kohlendioxid. Dieses Methangas kann jedoch weiter verarbeitet werden, beispielweise zu Bio-Treibstoff oder direkt in lokalen Anlagen zur Verstromung eingesetzt werden. Grundsätzlich hat Gas gegenüber direkt erzeugtem Strom den Vorteil, speicherfähig zu sein. Es kann dann energietechnisch genutzt werden, wenn ein Bedarf dafür gegeben ist.

In der Biomasse als Energieträger stecken enorme Potenziale, jedoch hat dies auch die gewinnorientierte Wirtschaft erkannt. An den Börsen sind Spekulanten auf den lukrativen Markt aufmerksam geworden. Dies hat nicht nur direkten Einfluss auf die Preise für Bioenergie, sondern vor allem auch auf Preise und Verfügbarkeit von Lebensmitteln. Agrarflächen werden schon seit Jahren im Bereich der EU still gelegt, allein um die Märkte stabil zu halten. Dabei werden Flächenstilllegungen sogar subventioniert. Ein freier Markt existiert also nicht. Kritisch ist dabei, dass eine einzudämmende Überproduktion einer sehr breiten Massen an hungernden Menschen gegenüber steht. Dies ist ein moralisches Problem, was nicht grundsätzlich der Bioenergie zuzuschreiben ist. Es ist aber ohne Frage Aufgabe der Gesellschaft, diese Tatsache bei der Umsetzung einer Energiesystemtransformation zu berücksichtigen und die Situation keinesfalls aus Profitinteressen weiter zu eskalieren.

(rs/02-2016)

 

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