Bullinger/Röthlein: Morgenstadt

Die Autoren Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft in München und die Physikerin und Sozialwissenschaftlerin Brigitte Röthlein haben den Blick über den Tellerrand gewagt: Während meist nur ein Thema, wie z.B. die Mobilität oder die Kommunikationstechnik diskutiert wird, spannen die Autoren den breiten Bogen über die gesamte Problematik, die uns in den kommenden Jahrzehnten bei der Stadtentwicklung bevorsteht und zum Teil längst Wirklichkeit geworden ist.

Bullinger und Röthlein greifen in ihrem Werk den Status quo auf und orientieren sich an den derzeit wahrscheinlichen Entwicklungsperspektiven. Anhand dieser Prognosen entwickeln die Autoren Modelle, mit denen die künftigen Herausforderungen beherrschbar bleiben.

Bevölkerungsentwicklung

Das Problem der Menschheit in den kommenden Jahrzehnten und gewiss eines der treibenden Motive für dieses Buch ist die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur. Diese ist vielschichtig, denn zunächst einmal steigt die Zahl der Menschen, die diesen Planeten bewohnen, insgesamt sprunghaft an. Das liegt allerdings nicht allein an den medizinischen Fortschritten und auch nicht allein daran, dass die Menschen im Durchschnitt ein höheres Lebensalter erreichen werden, sondern vor allem an der enorm schnellen Bevölkerungsexpansion in den Schwellenländern, wie in Indien und China. In den beiden asiatischen Staaten leben bereits heute fast ein Drittel aller Menschen der Welt.

In diesen Staaten wird das zu erwartende Problem besonders deutlich sichtbar, denn der größte Teil der Bevölkerung in den Schwellenländern lebt in extremer Armut, die im Kontrast zum Reichtum in den neuen Wirtschaftsmetropolen steht. Es zieht die Menschen nahezu fluchtartig in die schnell boomenden Megastädte, um die Chance auf einen kleinen Wohlstand zu erlangen.

Diese Probleme gibt es aber nicht allein in den Schwellenländern, sondern auch in Europa. Arbeitsplätze werden in den ländlichen Regionen knapp und gute Schulen der Sekundarstufe sind fast nur noch in Städten oder in den Ballungsräumen zu finden. Auch das alltägliche Leben zwingt beinahe zur Landflucht. So kauft man nicht mehr bei „Tante Emma“ ein, sondern fährt zum Großeinkauf in die Shopping-Zentren und Supermärkte.

Überalterung ist ein weiterer Aspekt, der insbesondere die Industriestaaten betrifft. Seniorengerechtes Wohnen und die Pflege alter und kranker Menschen werden immer wichtigere Themen der Stadtplaner.

Die Gründe für eine zunehmende Urbanisierung sind also sehr vielseitig und führen insgesamt zu den gleichen Herausforderungen für die Planer und die Bewohner der Metropolen.

Bullinger/Röthlein: Morgenstadt
Bullinger/Röthlein: Morgenstadt

Thematisches Spektrum

Die Autoren denken voraus und dokumentieren dies auch in Ihrem Werk. Ihre „Morgenstadt“ – die Stadt der Zukunft – ist in Europa nicht unbedingt ein synthetisches, neu geschaffenes Gebilde, sondern in der Regel eine über Jahrhunderte gewachsene Struktur. Anders sieht es bei den auf der „grünen Wiese“ oder meist in der Wüste neu gebauten Megacitys aus. Bei diesen Städten kann man vieles im Vorfeld bedenken und planerisch sowie baulich lösen. Es stellen sich aber andere – gesellschaftliche – Herausforderungen. So berücksichtigen die Autoren durchaus, dass in einer völlig neu konzipierten Stadt Infrastrukturen, Verkehrswege und die Energieversorgung bedarfsgerecht geplant werden können, während in bestehenden Metropolen bereits in diesen Bereichen gravierende Kompromisse eingegangen werden müssen. Auf der anderen Seite erkennen die Autoren auch die positiven Potenziale einer gewachsenen Gesellschaft, die es gelernt hat, mit ihrer Stadt zu leben und sich in ihrer Stadt einzurichten.

Die Wege, die eine Metropole auf dem Weg zu einer „Morgenstadt“ einschlagen muss, sind also sehr individuell. Dies behalten die Autoren stets im Blick, auch wenn sie in den einzelnen Kapiteln jeweils eine Herausforderung bei der Gestaltung der Morgenstadt im Detail beschreiben. Ganz gleich, ob das Thema Energie, Mobilität, Ver- und Entsorgung etc. lautet: Stets haben die Autoren den zwingenden Gedanken der Nachhaltigkeit fest im Blickfeld. Auch scheuen sich die Autoren nicht, darauf hinzuweisen, dass alle Bereiche konstruktiv ineinander greifen müssen.

Das Buch spricht natürlich nicht nur den Stadtplaner an. Fast noch wichtiger ist es für die Menschen, die in Städten leben und in Zukunft auch Teil der „Morgenstadt“ beheimatet sein werden. Sie erfahren, wie sich ihr Leben entwickeln könnte und auch, wie sie in ihrer jeweiligen beruflichen oder gesellschaftlichen Disziplin Anteil an der Gestaltung der Morgenstadt nehmen können.

Utopie, Horror oder Wunschtraum?

Ingenieure, Architekten, Stadtplaner und auch die Wirtschaft insgesamt, werden ihre Freude an den postulierten Entwicklungen hin zur beschriebenen Morgenstadt haben, doch wie wird es um die Menschen bestellt sein, die in ihr leben und arbeiten müssen? – Die Autoren werden nicht müde, vor „Geisterstädten“ zu warnen. Gemeint sind nicht die verlassenen Städte des wilden Westens, sondern zweckgebundene Viertel, in denen nur gelebt oder nur gearbeitet wird. Als erstrebenswertes Beispiel führen sie die historisch gewachsenen Piazzas in Städten Italiens an, wo Tag und Nacht das Leben blüht, gelebt und gearbeitet wird. So wird sozialer Isolationen und Ghettoisierung entgegen gewirkt.

Wer die Morgenstadt aber richtig versteht, wird erkennen, dass es keinesfalls Ziel der Autoren ist, alle Menschen weltweit für das Leben in einer Stadt zu begeistern. Sie reagieren lediglich auf einen deutlich erkennbaren Trend und die sich daraus ergebenen Herausforderungen. Die Menschen zieht es aus verschiedenen Gründen in die Städte, sei es die Suche nach qualifizierter und gut bezahlter Arbeit, die im ländlichen Raum rar wird oder es das farbenfrohe Leben in der Metropole. Somit stellen die Autoren erst einmal fest, dass die Metropolen wachsen werden.

Nur dann, wenn diese Tatsache ignoriert würde und sich niemand auf die kommenden Anforderungen in der Mobilität, der Wohnraumbereitstellung und in der Ver- und Endsorgung einrichten würde, müsste diese Entwicklung zwangsweise in ein Horrorszenario aus chaotischen sozialen, infrastrukturellen und organisatorischen Zuständen führen. Die Autoren führen dem Leser vor Augen, welche Konsequenzen Fehler in der modernen Stadtplanung haben werden. Sie stellen Lösungsvorschläge vor, die nicht aus der Idee heraus geboren wurden, sondern in den einzelnen Instituten der Fraunhofer Gesellschaft Gegenstand ernsthafter Forschungen sind.

Ziel der Forschungen ist es, in den erwarteten Entwicklungen der Megacitys von morgen die Lebensqualität der Menschen zu bewahren, jedem Menschen eine Chance zur individuellen Selbstverwirklichung zu bieten und darüber hinaus, die Sicherheit der Menschen und Infrastrukturen zu gewährleisten. Ebenso haben die Forscher die Nachhaltigkeit in der Nutzung der begrenzt verfügbaren Ressourcen fest im Blick, ohne die in den kommenden Jahrzehnten weder die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln und Wasser noch mit ausreichender Energie gewährleistet werden kann.

Fazit

Die Autoren rufen weder zur Landflucht auf noch versuchen sie, Begeisterung für immer enger zusammen wachsende Ballungsgebiete zu wecken. Sie führen vor Augen, wie sich die Situation zwangsweise entwickeln wird und bieten sehr differenzierte Lösungsansätze, über die man konstruktiv diskutieren darf und auch muss. Vor allem aber bietet dieses gelungene Werk dem Leser die Möglichkeit, sich die Morgenstadt im Detail bildlich vorzustellen und auch aus den Entwicklungen – beispielsweise in Dubai, Katar und in China – zu lernen. Jeder kann an der Entwicklung aktiv teilhaben, sei es mit einem Beitrag in der technischen Gestaltung der Morgenstadt oder schlicht und einfach in der Toleranz dem Individuum gegenüber. Denn eines steht fest: In der Morgenstadt wird es mehr als eine Kultur und mehr als einen sozialen Status geben und doch wird alles harmonisch miteinander koexistieren müssen.

  • Bullinger/Röthlein, Morgenstadt
  • Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 2012
  • 286 Seiten
  • ISBN: 978-3446432031

(rs/01-2016)

Franz Alt, Der ökologische Jesus

Es erscheint ein eigenartiger Titel zu sein, der in einem Informationsportal für moderne Energietechnik besprochen wird und in der Tat ist der Autor nicht nur ein bekannter TV-Journalist, sondern unter anderem auch studierter Theologe. Dr. Franz Alt will mit seinem Werk allerdings keine missionarische Arbeit im Sinne der Kirche leisten und den Leser zum Gebet in die mittlerweile recht leeren Gotteshäuser schicken. Der Autor zeigt sich vielmehr zuerst einmal grundsätzlich allen Konfessionen gegenüber aufgeschlossen und tolerant, denn er erkennt in jeder Religion etwas Verbindendes: die Schöpfung!

Kein Buch für Missionare

Alt schlägt eine Brücke zwischen der Zivilisation, deren Werte sich auf einen Mann berufen, der vor 2000 Jahren lebte und zu den Bibeltexten, in denen dessen Ideale in den Evangelien überliefert wurden. Der Autor betrachtet diese Texte dabei mit einem gesunden und wachen Verstand, was die „Institution Kirche“ nicht immer erfreuen kann. Zu den wichtigsten Aussagen des Autors gehört die Feststellung, dass Gott kein undefinierbares imaginäres Geisteswesen sein kann, was grundsätzlich zornig strafend auf die Erde herab blickt. In den Worten Jesu interpretiert er folgerichtig, das jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze, ja die gesamte Welt und das Universum zusammen Gott sind. Jeder Mensch ist also Teil des Höchstem und nicht Knecht eines cholerischen Fabelwesens, entstanden aus Sinnbildern, um Machthierarchien zu schaffen und zu festigen.

Sinngemäß ist Alt's Botschaft: „Was können Gebete zur Bewahrung der Natur bewirken, wenn man mit einem Sprit fressenden Sportwagen 500 m weit in die Kirche fährt?“ Alt deutet die Bibeltexte nicht als Mysterium, sondern als klare Botschaften eines großen Denkers mit kristallklarem Menschenverstand. Eine der wichtigsten Botschaften ist, dass die Erde genug Energie und Nahrung für alle auf ihr beheimateten Wesen bietet, aber schon vor 2000 Jahren der Mann aus Nazareth erkannte, dass Gier das erforderliche Gleichgewicht zerstört. Mangel wird auf dieser Welt künstlich hervor gerufen, sei es durch kurzfristige wirtschaftliche Interessen Einzelner oder durch die dadurch begründeten Zerstörungen der Umwelt.

Jesus sprach damals in den Worten seiner Zeit und das nicht allein zur gebildeten Führungselite, sondern auch zum einfachen Volk, zu den Armen und den Ausgestoßenen. Seine Appelle waren nach heutigem Maßstab vielleicht schon der Anarchie nahe, in jedem Fall jedoch alles andere als absolutistisch, wie es die führenden Kirchen allesamt in ihrer Struktur und Toleranz gegenüber alternativen Ansichten sind. Die Botschaft Jesu ist – so macht es Dr. Alt deutlich – heute aktueller den je. Eine Energierevolution, basierend auf ausschließlich regenerativen Quellen, die autark ohne Abhängigkeiten von Staaten und multinationalen Konzernen nutzbar sind, kann nur von den Menschen selbst durchgesetzt werden. Der Staat wird dies nur verbal im Wahlkampf fördern, ansonsten eher im Sinne der mächtigen Energielobbyisten behindern.

Dr. Franz Alt: Der ökologische Jesus
Dr. Franz Alt: Der ökologische Jesus

„Blendende“ Politik

„Man erntet, was man sät!“ - Diese Weisheit begründet sich ebenfalls auf Jesus und ist vollends auf die Energietechnik und ihre Folgen übertragbar. Alt weist mit Recht darauf hin, dass jährlich ein beachtlicher Teil der Lebensmittel – nahezu die Hälfte – schlicht und einfach weggeworfen wird. Diese Erkenntnis allein ist schockierend und wird jedoch noch mehr zum Skandal, wenn man berücksichtigt, dass EU-weit Agrarflächen stillgelegt und dies auch noch mit Subventionen gefördert wurde. Bioabfälle werden in der industriellen Landwirtschaft nicht optimal verwertet und statt dessen wird Bioenergie als Grund der Verknappung von Nahrungsmitteln verteufelt. Man möge nach intensivem Nachdenken, seine eigenen Rückschlüsse ziehen.

Wie vor 2000 Jahren geht es nach wie vor in Deutschen Landen zu! So weiß Alt ein Beispiel aus dem Raum um Cuxhaven von 1998 zu zitieren, in dem die Politik versuchte, mit einer „Landschaftsbildbeeinträchtigungssteuer“ für Windkraftanlagen die chronisch klammen Gemeindekassen zu sanieren. Aus dem Buch geht leider nicht hervor, ob diese Steuer auch auf Dampfsäulen von den Kühltürmen der Großkraftwerke und den Straßenbau erhoben werden sollte, da beides nachweislich ebenfalls das Landschaftsbild beeinträchtigt. Es steht zu vermuten, dass dem nicht so ist.

Mobilität und der ökologische Jesus

Geteilter Meinung kann man über die Ansichten des Autors zum Thema Mobilität sein. Recht hat er zweifellos mit dem Hinweis, dass moderne Großstädte bereits dem Kollaps nahe sind und ein exorbitanter großer Anteil des individuellen Straßenverkehrs allein der Parkplatzsuche zuzuschreiben ist. Ob der öffentliche Personennahverkehr das Heilmittel im Sinne eines „ökologischen Jesus“ ist, ist allerdings etwas, worüber man trefflich streiten kann, denn einerseits ist der ÖPNV zweifellos ein sehr effektiver Beitrag zum Umweltschutz, andererseits bedeutet die Abkehr vom Individualverkehr auch, den Launen preistreibender Verkehrsmonopolisten und streikender Gewerkschaften ausgesetzt zu sein. Abgesehen davon bestimmen heute wirtschaftliche Sachzwänge die Fahrplangestaltung und darüber, welche Regionen mit öffentlichen Verkehrsmitteln überhaupt zumutbar erreichbar sind. Alt bekennt sich in seinem Werk ganz eindeutig zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, räumt aber auch selbst die Nutzung eines eigenen PKW ein. Der Autor macht deutlich, dass es auf Sinnhaftigkeit ankommt und gibt dem umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wo immer es geht, den Vorzug. Die Brücke zwischen dem nicht flächendeckend ausgebauten Personennahverkehr und den individuellen Interessen der Menschen können bereits heute schon die Elektromobilität und Carsharing-Konzepte schlagen. Zudem gehört auch dazu, dass öffentliche Verkehrsmittel an den Interessen der Fahrgäste orientiert geplant werden und nicht an Profitinteressen der Unternehmen, die diese Verkehrswege – meist im Monopol – betreiben. Dass dies möglich ist, macht der Autor deutlich, indem er auf das Beispiel der Schweiz verweist. Dort hat die Eisenbahn eine große Tradition und wird auch von der Bevölkerung angenommen.

Die Arbeitsplätze

Alt zitiert Jesus auch in Bezug auf Arbeit und Arbeitsplätze: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nicht genügend Arbeiter!“ - Arbeit ist ein essentieller Lebensinhalt eines jeden Menschen und gibt Menschen Würde und einen Sinn für ihr Leben. 2000 Jahre später ist der Bedarf an Arbeit nach wie vor im Überschuss vorhanden, wohl aber fehlt es am Willen, diese fair zu vergüten. Der Autor wirft hier allerdings nicht den Stein gegen die Wirtschaft und die unfair gestalteten Finanzstrukturen einer globalisierten Welt, sondern appelliert dazu, selbst den Handschuh aufzunehmen und aktiv zu werden. Jesus würde einen heutigen Arbeitslosen fragen, warum „sie auf Unternehmer warten, statt selbst etwas zu unternehmen. Warum soll abhängige Arbeit menschenfreundlicher sein als selbständige, eigenverantwortliche Arbeit?“ (Zitat). - Der Autor ist dabei aber keinesfalls überheblich und auch nicht realitätsfremd. Wer das Buch liest, erkennt auch, dass nicht jeder zum Unternehmer geboren sein kann, aber Alt weist deutlich darauf hin, dass zu viele, die Ideen und die Möglichkeiten haben, etwas zu unternehmen, genau dies nicht tun.

Fazit

Dr. Alt ist bekannt für klare, manchmal polarisierende Worte, aber diese sind in seinem Werk „Der ökologische Jesus“ mit viel Sachverstand und präzisen Recherchen gut gewählt. Wer ein ausschließlich spirituelles Werk erwartet, aus dessen Seiten „Weihwasser“ rinnt und bei dessen Lektüre man gregorianische Chöre zu hören meint, der wird vielleicht enttäuscht sein. Der Autor schafft es in einer einzigartigen Weise, den gesunden Menschenverstand des Leser anzusprechen, der noch nicht einmal zuvor mit der Bibel oder Jesus Berührung gehabt haben muss. Der Theologe wird bei der Lektüre möglicherweise bemängeln, dass Alt die hierarchischen Strukturen der Kirchen und deren Anspruch auf vollkommene Weisheit in Frage stellt. In der Tat macht es dieses Werk jedoch so erfrischend angenehm lesbar, weil der Autor die Inhalte der Glaubenslehren, nicht aber die darum künstlich konstruierten Dogmen herausarbeitet. Gerade in der heutigen Zeit, die am Rande einer Klimakatastrophe mit für die Menschheit möglicherweise irreparablen Konsequenzen steht, eine Zeit, die von Kriegen um Rohstoffe und die Gier nach Reichtum einiger Weniger geprägt ist, zeigt sich, dass bereits vor 2000 Jahren ein Einzelner es vermochte, das Blenden und Täuschen der Mächtigen infrage zu stellen. Jesus wurde damals so gefährlich für das Establishment, dass er am Kreuz sterben musste. Heute ist das Risiko bedeutend geringer, auf diese fatalen Sachverhalte hinzuweisen und es ist bedeutend einfacher, etwas dagegen zu unternehmen.

„Der ökologische Jesus“ ist ein wichtiges Werk, dass den Leser wachrüttelt. Es ist zeitlos, solange Raubbau an der Natur betrieben wird. Es erhebt mahnend den Zeigefinger, aber – viel wichtiger – es motiviert, optimistisch in die Zukunft zu blicken und sie selbst zu gestalten bzw. aktiv an der Gestaltung mitzuwirken. Das kann jeder Einzelne tun und er kann sofort damit beginnen.

  • Der ökologische Jesus
  • Goldmann Verlag, 2003
  • 352 Seiten
  • ISBN: 978-3442151561 

(rs/02-2012)